Was ist Geld ?

Gab es schon immer Geld? Oder wurde es eines Tages erfunden?

Als die Menschen noch Jäger und Sammler waren, teilte man die Beute miteinander. Doch dann wurden die Nomaden sesshaft. Sie betrieben Ackerbau und züchteten Vieh. Durch Arbeitsteilung entstanden so verschiedene Berufe. Baute ein Schreiner einem Bauern einen Tisch, wurde er mit Nahrungsmitteln entlohnt. Oder er tauschte ihn gegen warme Kleidung. Als immer mehr Waren hergestellt wurden, entstand ein reger Tauschhandel. Doch das brachte auch Probleme mit sich. Um etwas eintauschen zu können, musste man Waren mit sich führen. Einige Leute kamen deshalb auf die Idee, leichte, aber wertvolle Waren anzubieten. Tee wog beispielsweise nicht viel, war aber als Tauschgegenstand sehr beliebt. Man konnte überall damit bezahlen, weil ihn fast jeder benötigte. Dieses erste Geld nannte man Naturalgeld, weil es für den Besitzer einen praktischen Nutzen hatte.
Muscheln verdrängten das Naturalgeld

Unpraktisch war allerdings, dass Nahrungsmittel auch verderben konnten. Die Lösung bestand darin, dass sich die Menschen andere Gegenstände suchten, die begehrt und zugleich haltbar waren. Als besonders geeignet erwiesen sich seltene Federn und Muscheln. Das älteste bekannte Geld ist Silber. Bereits vor 4500 Jahren wurde es in Mesopotamien (dem heutigen Irak) abgewogen und als Zahlungsmittel verwendet. Aber wie konnte man den Wert auch ohne Waage festestellen?

Die Lösung bestand in der Prägung von Münzen. Dabei wurde auf die Seiten des Edelmetalls ein Wappen oder Zeichen gestempelt, sodass für jeden der Wert auf einen Blick zu erkennen war. Die ersten Münzen wurden im 2. vorchristlichen Jahrtausend von den Chinesen geschlagen, in Europa im 7. Jahrhundert v. Chr. von den Lyden (indogermanisches Volk, das im Nordwesten Kleinasiens lebte). Zwar konnte man mit Münzen bequem bezahlen, trotzdem hatten sie einen großen Nachteil. Edelmetall war sehr schwer. Deshalb schleppten reiche Kaufleute pralle Geldsäcke mit sich herum.
Papiergeld wurde zum Hauptzahlungsmittel

Papiergeld entstand im 11. Jahrhundert in China. Ursprünglich war es nicht als Ergänzung zu Münzen gedacht, sondern als deren Ersatz. Dazu dienten Papierzettel mit Wertangabe und Siegel, deren Annahme als Zahlungsmittel für jedermann zwingend vorgeschrieben war. In Europa wurden die ersten Scheine 1483 in Spanien ausgegeben. Das Vertrauen in Papiergeld beruhte in erster Linie darauf, dass es jederzeit in Münzen umgetauscht werden konnte. Später nahmen Banken Münzgeld gegen Quittung in Verwahrung, um den Besitzern den Transport und die Bewachung des Geldes zu erleichtern.

Diese Quittungen wurden als Zahlungsmittel verwendet und gaben ihren Inhabern das Recht, von einer dazu verpflichteten Bank die Auszahlung der entsprechenden Menge Münzgeld zu verlangen. Da Papiergeld ohne große Kosten hergestellt wird, kann es problemlos im Übermaß ausgegeben werden. Dies führt immer zu Teuerung und Inflation. Darum wurde es bis ins 20. Jahrhundert als wertlos empfunden und mit Misstrauen betrachtet.

Der bisher letzte Schritt in der Geldentwicklung sind Karten mit elektronischer Wertspeicherung. Auf ihnen können Geldbeträge mit speziellen Geräten gespeichert und abgebucht werden. Damit vollzog sich der Schritt vom papiergebundenen zum papierlosen elektronischen Zahlungsverkehr.

Quellen:

Michael North: “Kleine Geschichte des Geldes – vom Mittelalter bis heute”, C.H. Beck Verlag 2009, ISBN 9-783-40658-451-0
Karl Walker: “Geld in der Geschichte”, Nikol-Verlag 2009, ISBN 3-868-200-30-4